|
Die Zukunftsvorsorge hat einige charakteristische Merkmale: - Staatliche Prämie
Nach dem Vorbild des in Österreich populären Bausparens wird jährlich eine staatliche Prämie gewährt, die - je nach Marktzins - zwischen 8,5 und 13,5 % des Einzahlungsbetrages beträgt.
- Übersicht Prämien
Die Zukunftsvorsorge hat sich mit insgesamt 281.138 abgeschlossenen Verträgen im ersten Jahr und einem gesamten Prämienvolumen von 238,5 Mio. € zu einer der beliebtesten Vorsorgeformen der Österreicher entwickelt. Für das Jahr 2004 beträgt die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung 1.901,-- Euro, die staatliche Prämie beträgt heuer 9,0 % (= 171,09 Euro der höchstmöglichen Prämie). Für das Jahr 2005 beträgt die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung 2.000,-- Euro, die staatliche Prämie beträgt unverändert 9,0 % (= 180,-- Euro der höchstmöglichen Prämie). Für das Jahr 2006 beträgt die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung 2.066,-- Euro, die staatliche Prämie beträgt unverändert 8,5 % (= 176,-- Euro der höchstmöglichen Prämie).
- Fondsbasis
Die Zukunftsvorsorge muss als fondsgebundene Lebensversicherung oder als Investmentfonds konzipiert sein, ein Mindestanteil von 40 % ist in Aktien zu veranlagen.
- Kapitalgarantie
Anbieter von Zukunftsvorsorgeprodukten müssen ihren Kunden eine Kapital- und Prämiengarantie gegeben - ganz egal, wie sich der Markt entwickelt.
- Veranlagungsdauer
Die Veranlagungsdauer beträgt mindestens zehn Jahre, viele Anbieter sehen eine längere Mindestbindung vor. Eine vorzeitige Kündigung ist nicht möglich.
- Steuerfreiheit
Es fallen keine Kapitalertrags-, Einkommen-, Erbschafts- oder Versicherungssteuern an. Auch der Bezug der Rente ist einkommensteuerfrei.
Anleger haben die Wahl mittels Investmentfonds oder (fondsgebundener) Lebensversicherung ihre Zukunftsvorsorge anzusparen. Der Unterschied liegt im Wesentlichen darin, dass bei der Fondsvariante der optimale Vermögenszuwachs im Vordergrund steht, während bei der Versicherungslösung zusätzlich bestimmte Risiken (z.B. Ablebensschutz) abgesichert werden. Da der Versicherungsschutz im Rahmen der Zukunftsvorsorge – wie jede Versicherung – Kosten verursacht, ist der Gesamtertrag niedriger als bei Varianten ohne Versicherungsschutz.
Die jährliche Höchstgrenze der Beitragszahlungen ist ein bestimmter Prozentsatz der Höchstbemessungsgrundlage in der Sozialversicherung. Für das Jahr 2006 ergibt sich ein maximal geförderter Einzahlungsbetrag von 2.066 Euro, die maximale Prämienhöhe liegt bei 176 Euro.
Der Anleger hat am Ende der Veranlagungsdauer drei Möglichkeiten: Der angesparte Betrag kann einkommensteuerfrei verrentet (d.h. als monatliches Zusatzeinkommen ausgezahlt) werden (frühestens ab dem vollendeten 40. Lebensjahr), steuerfrei wiederveranlagt werden, oder als Einmalauszahlung ausbezahlt werden; im Fall einer Einmalzahlung muss allerdings eine Nachversteuerung der Erträge (KESt) und die Rückzahlung der halben Prämien erfolgen. Mindestens 40 % des Kapitals muss in Aktien angelegt werden, die an der Wiener Börse (oder der Börse eines anderen EU-Landes mit einer Börsekapitalisierung von höchstens 30 % des BIP) notiert sind. Durch Veranlagung in liquide Standardwerte wird der Aktienteil der jeweiligen Zukunftsvorsorgeprodukte weitgehend die Entwicklung des ATX abbilden. Experten schätzen, dass ca. 5 - 10 % in ausländische Werte veranlagt werden.
Der Wiener Börse floss durch die neue Form der Zukunftsvorsorge zusätzliches Beteiligungskapital zu. Eine erhöhte Liquidität steigert die Attraktivität der Wiener Börse für Kapital suchende Unternehmen ebenso wie für Investoren aus dem In- und Ausland. Und sie stützt die Entwicklung der Aktienkurse.
Die Zukunftsvorsorge bringt viele Österreicherinnen und Österreicher erstmals in Kontakt mit der Wiener Börse. Das sensibilisiert eine breite Öffentlichkeit für den österreichischen Kapitalmarkt. Die Kapitalgarantie sorgt dafür, dass dieser erste Kontakt für die Anleger ein nur sehr eingeschränktes Risiko beinhaltet. Die Zukunftsvorsorge erfüllt mehrere Aufgaben: - Sie bietet einen Anreiz zur individuellen Vorsorge. Durch die Festlegung eines hohen Aktienanteils wird der jahrzehntelangen Erfahrung entsprochen, dass langfristig Aktienveranlagungen die ertragreichsten Investments sind.
- Sie stärkt den österreichischen Kapitalmarkt. Der hohe Anteil an Veranlagungen in österreichische Aktien sorgt für einen konstanten Zufluss an Kapital. Auf Grund der langen Veranlagungsdauer der Zukunftsvorsorge entsteht hier ein beachtlicher kumulativer Effekt.
- Sie unterstützt österreichische Unternehmen. Die Verlagerung der Unternehmensfinanzierung vom in Österreich traditionell dominierenden Kreditmarkt zum Kapitalmarkt wird für Unternehmen erleichtert, wenn zusätzliches Kapital an die Börse fließt.
- Sie sorgt für ein erhöhtes Wachstumspotenzial der österreichischen Volkswirtschaft. Unternehmen, die über die Börse verbesserten Zugang zu Eigenkapital haben, können den Herausforderungen des Marktes besser entsprechen.
Prämienbegünstigt können bis zur Erreichung des jeweiligen gesetzlichen Pensionsalters Beiträge bis maximal 1,53 % des Sechsunddreißigfachen der Höchstbeitragsgrundlage zur Sozialversicherung pro Kalenderjahr einbezahlt werden. Die staatliche Prämie berechnet sich nach einem Prozentsatz der im jeweiligen Kalenderjahr geleisteten Beiträge, dieser Prozentsatz beträgt mindestens 8,5% und höchstens 13,5%. Der jeweils für ein Kalenderjahr festgesetzte Prozentsatz ist von der Entwicklung des Zinsniveaus auf den Kapitalmärkten abhängig und wird analog zur Bausparprämie berechnet. Im Falle der Verrentung ist für die prämienbegünstigten Beiträge, sowohl für die Veranlagungsphase als auch für die Zeit der Rentenauszahlung, Steuerfreiheit vorgesehen. Nach bereits 10 Jahren ist auch eine Ausstiegsmöglichkeit - unter bestimmten steuerlichen Rahmenbedingungen - möglich. Ein Wechsel von der prämienbegünstigten Pensionsvorsorge zur Zukunftsvorsorge ist zulässig.
|