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Funktionweise Hebelzertifikat

Die Funktionsweise eines Hebelzertifikates soll hier in einem kleinen Beispiel erklärt werden:

Wenn der DAX beispielsweise auf 4000 Punkte liegt, würde ein Hebel-Zertifikat mit einem Finanzierungslevel (auch Strike genannt) von 3000 Punkten in diesem Fall 1000 € kosten. Es gilt allerdings noch das Bezugsverhältnis zu beachten, beim DAX ist dies in der Regel 1:100 (0,01). Da die Bank noch ein Aufgeld (bzw. Abgeld bei Short) berechnet, muss dieses auch berücksichtigt werden, in diesem Beispiel gehen wir einfach von einem Aufgeld von 10 € aus:

Für Long-Werte gilt hierbei die folgende Formel:

((Basispreis+Aufgeld) − Strike) x Bezugsverhältnis = Preis Hebelprodukt
((4000 + 10) - 3000) x 0,01 € = 10,10 €
Sollte der DAX auf 4500 Punkte steigen wäre der Wert auf 15 € gestiegen:

((4500 + 10) - 3000) x 0,01 € = 15,10 €
Sollte der DAX unter das Finanzierungslevel (in diesem Beispiel 3000 Punkte) fallen, wird das Zertifikat ungültig und die eingesetzte Summe (inklusive des Aufgelds) geht verloren.

Durch das Finanzierungslevel steigt für den Anleger die Möglichkeit, stärker von den Kursschwankungen zu profitieren als wenn dieser Index-Zertifikate kaufen würde. Im vorangegangen Beispiel wäre der DAX von 4000 auf 4500 Punkte gestiegen, das wären 12,5 %. Das Hebel-Zertifikat ist aber von 10,10 € auf 15,10  € gestiegen, das wären allerdings 49,5 %.

Dieser höhere Prozentsatz ergibt sich durch den sogenannten Hebel. Der Hebel berechnet sich folgendermaßen:

(Basispreis / Preis des Zertifikats) x Bezugsverhältnis = Hebel
(4000 € / 10,10 €) x 0,01 = 3,96
Daher ergibt sich bei einer Preissteigerung von 12,5 % der Prozentsatz folgendermaßen:

Prozentsatz Basispreis x Hebel = Prozentsatz Hebelproduktes

12,5 % x 3,96 = 49,5 %
Bei Short-Zertifikaten wird der Basispreis folgendermaßen berechnet:

(Strike - (Basispreis+Abgeld)) x Bezugsverhältnis = Preis Hebelprodukt
Dadurch ergeben sich steigende Kurse des Zertifikates bei fallenden Preisen.

Bei verschiedenen Emittenten gibt es neben der Knock-Out Schwelle zusätzlich noch einen Stop-Loss-Kurs, bei dessen Erreichen der Restwert des Zertifikates ausgezahlt wird. Grund hierfür ist eine andere Konstruktionsweise des Hebel-Zertifikates durch den Emittenten, die als zusätzliche Absicherung beschrieben wird. Der Anleger bekommt hierbei sozusagen einen Teil seines gezahlten Aufgelds vom Emittenten zurück, bezahlt dies allerdings auch durch ein höheres Aufgeld beim Kauf dieses Zertifikates.

Hebel-Zertifikate unterscheiden sich von Optionsscheinen dadurch, dass wenig Zeitwertverlust entsteht und auch zwischenzeitliche Wertschwankungen (Volatilität) des Basiswertes keine Rolle spielen. Die Zinsverluste, die der Emittent durch die Herausgabe des Zertifikates erleidet, werden durch Absenkung des Auf-/Abgelds des Zertifikates während der Laufzeit kompensiert.

Hebel-Zertifikate ohne Laufzeit werden immer mit Stopp-Loss-Kurs angeboten, da durch das höhere Auf-/Abgeld der Zinsverlust für einen längen Zeitraum kompensiert werden kann. Das Risiko bei Hebel-Zertifikaten ist sehr hoch, da bei Über- bzw. Unterschreiten des Strikes das Zertifikat wertlos verfällt!

 
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