Edelmetalle zu AnlagezweckenEine Investition in Edelmetalle, ob Gold, Silber, Platin oder Palladium, kann in Form von Barren und in Münzen erfolgen. Letztere werden als Anlagemünzen (engl. Fachausdruck: Bullion Coins) bezeichnet. Im Gegensatz zum klassischen Münzsammler sind Motive und Auflagen von Anlagemünzen zweitrangig, da ein Investor das Edelmetall nahe des Materialpreises erwerben möchte. Im Gegensatz zu Barren sind alle Anlagemünzen, ob nun mit oder ohne aufgeprägten Nennwert, offizielles Zahlungsmittel im jeweiligen Herkunftsland. Edelmetalle sind einerseits ein begehrtes Sammelobjekt, anderseits eine alternative Sachwertanlage im Rahmen einer breit gestreuten Kapitalanlage. Das konservative Anlagedenken aus den praktische Erfahrungen nach (Welt-)Wirtschaftskrisen und Inflationsjahren haben dem Besitzer in jedem Jahrhundert der Menschheitsgeschichte vor Geldentwertungen und Bankrott beschützt. Es war und ist das Wertaufbewahrungsmittel schlechthin, das in jedem Land der Welt akzeptiert wird. In keinem anderen Bereich kann so vielseitig investiert werden, wie in dem Edelmetall- & Rohstoffsektor. Neben der physischen Anlage in Münzen und Barren können Investoren Aktien von Unternehmen erwerben, die die Metalle suchen, fördern oder verarbeiten. Rohstofffonds mit unterschiedlichsten Ausrichtungen und Anlagezielen eignen sich nicht nur zur Einmalanlage, sondern auch als monatliche Sparanlage. Futures, Optionen, Optionsscheine und Zertifikate auf Minengesellschaften, Rohstoffe und Indizes sprechen diejenigen an, die den Nervenkitzel der künstlichen Finanzkreationen suchen. Schmuck und Edelsteine faszinieren nicht nur das weibliche Geschlecht. Das Ziel vieler Anleger ist in erster Linie die Vermehrung des Kapitals. In Zeiten von ausuferen Schulden, steigender Arbeitslosenzahlen, sozialer Ungleichgewichte und kriegerische Auseinandersetzungen wäre die Kapitalerhaltung und Sicherung sicherlich wichtiger. Investitionen in Rohstoffe, speziell die Edelmetalle Gold & Silber, stellen nicht nur ein Objekt der Spekulation dar, sondern sind auch ein Wertaufbewahrungsmittel, daß seit mehr als 5.000 Jahren der Vermögenssicherung dient. Edelmetalle erfahren immer genau dann ihre Auferstehung, wenn die Differenz aus Realverzinsung und Inflationsraten negativ wird. (= Vermögensverlust) Verantwortlich für Inflation sind die Herrn Politiker und die Zentralbanken, die es zulassen, daß die Geldmenge schneller wächst als Waren produziert werden. Da mehr Geld im Umlauf ist, steigen die Preise und somit kommt es zur Inflation oder anders ausgedrückt zur schleichenden Geldentwertung. Beispielsweise hat die DM als zweitstärkste Währung der Welt innerhalb von 53 Jahren "nur" 75% ihres Wertes verloren. (Quelle) Rohstoffe und Edelmetalle sind ein Gradmesser für Inflation, denn sie gleichen über kurz oder lang dieses Ungleichgewicht aus. Die Preisentwicklung verläuft nicht gleichmäßig und in ruhigen Bahnen, sondern schwankend mit Unter- oder Übertreibungen. Der Wert eines Rohstoffes bleibt annährend gleich, was sich ändert ist der Zahlenwert des Geldes. Beispielsweise konnte vor 150 Jahren mit einer Unze Gold ein stattlicher Herrenanzug bezahlt werden, genauso wie im Jahre 2004. Der Zahlenwert des Papiergeldes ist massiv gestiegen, die Unze Gold ist eine Unze geblieben. (Voraussetzung: die Währung muß 150 Jahre überleben! Wieviel Währungen gab es von 1900 bis heute in Deutschland?) Eine Versicherung fürs Auto, eine Privathaftpflicht, eine Lebensversicherung, eine Krankenversicherung, eine Rentenversicherung, eine andere für die Berufsunfähigkeit oder für den Sportunfall. Wo aber bleibt die Versicherung für den Erhalt des eigenen Vermögens, wo die für Inflation und Geldentwertung? Edelmetalle haben im Gegensatz zum Papiergeld keinen Schuldner und können dadurch nie gegen Null tendieren. Papiergeld entsteht durch einen Buchungsvorgang, indem jedem Guthabenbetrag x der selbe Betrag Schulden gegenübersteht. Fällt der Schuldner im allerschlimmsten Fall aus, sind auch die Guthaben futsch. (siehe: Staat Argentinien, oder Konkurse von Firmen und Privatpersonen) Der physische Besitz eines Edelmetalls in Form von Münzen oder Barren sollte in keinem Anlageportfolio fehlen. Dabei liegt die Betonung auf "physischen" Besitz (tatsächlich als Metall vorhanden) und nicht in Form eines Metallkontos oder in sonstiger Papierform. Die prozentuale Höhe richtet sich nach verschiedenen Faktoren, wie Depotgröße, Anlageverhalten und den persönlichen Erwartungen. Als Richtwerte werden oft 5-10% des Gesamtdepots genannt oder auch mehr - je nach belieben. Eine Anlage kann in Barren oder in Anlagemünzen (oft auch als "Bullion Coins" bezeichnet) erfolgen. Die Streuung des Kapitals in unterschiedliche Edelmetallarten, Größen, Barren und Münzen sollte hier genauso vorgenommen werden, wie das normalerweise in jedem anderen Depot Pflicht sein sollte. In der Rubrik "Münzen" sind alle Anlagemünzen und Barren gelistet und nützlich Infos erhältlich. Die Aufbewahrung kann in einem Schließfach, in einem Depot oder im privaten Tresor erfolgen. Das Bankschließfach ist eine beliebte Variante, besonders im Ausland. Die Mietkosten sind von Bank zu Bank unterschiedlich und richten sich vor allem nach der Größe. Für den Inhaber nachteilig ist der eingeschränkte Zugang zum Schließfach (Öffnungszeiten der Bank), es sei denn, es ist 24 h erreichbar. Einige wenige Banken bieten eine Einzelverwahrung, oft auch als Streifband-Verwahrung bezeichnet und eine Sammelverwahrung für Edelmetalle an. Bei einer Einzelverwahrung werden ihre Vermögenswerte im Depot "einzeln" aufbewahrt und bei der Rückgabe erhält man genau dieselben Vermögenswerte zurück. Der Verwaltungsaufwand bei einer Sammelverwahrung ist für die Bank geringer, da alles zusammen verwahrt wird. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Kunde genau die selbe Münze oder Barren (z.B. mit Barrennummer) zurück bekommt, ist mininmal.
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